Schnuffi´s Weg
Hier schreibe ich die traurige Geschichte von "Schnuffi" dem Meerschweinchen.
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Ich weiß nicht mehr viel von dem Ort, wo ich geboren bin. Mir war ganz mulmig zumute, weil alles so neu und ungewohnt für mich war. Zum Glück hatte ich meine zwei Geschwister die genauso viel Angst hatten wie ich. Wenn nur dieser eklige Geruch nicht wäre, ich fragte mich woher dieser wohl kam? Meine Frage blieb erst einmal unbeantwortet weil ich mich nicht aus der Ecke traute in der ich saß. Durch die Anstrengende Geburt war ich total fertig und legte mich ins nasse Streu und schlief zitternd ein.
Am nächsten Morgen weckte mich Mami mit ihrer rauen Zunge. Sie wackelte sehr und konnte sich kaum auf den Beinchen halten. Ich hatte solchen Hunger und schlüpfte unter den wackelnden Bauch vom Mami um die Zitzen zu suchen. Nach erfolgreicher Suche saugte und saugte ich wie wild, doch vergebens. Es wollte einfach nichts aus Mamis Zitzen kommen. Dabei hatte ich doch so großen Hunger.
Plötzlich hörte Mami auf zu wanken und lies sich langsam auf meinem Kopf nieder, schnell konnte ich ihn noch zurück ziehen. "Mami was ist denn los"? schrie ich. Doch sie rührte sich nicht mehr. Ich erschrak und rannte wahllos umher. Bis ich auf einmal Schritte hörte und große Hände in den Käfig greifen sah. Diese Hände nahmen meine Mami raus und steckten sie in einen großen braunen Sack der so eklig roch.
"Lasst meine Mami da, lasst sie hier, nehmt sie mir nicht weg!"
Mein Kopf senkte sich und ich verstand das sie nicht mehr kommt. Was soll ich nur tun und wer kümmert sich jetzt um mich und meine Geschwister?
Ich konnte vor lauter Aufregung nicht mehr und das Atmen tat mir auch schon wieder weh. Ich legte mich schweratmig und mit knurrendem Magen in meine Ecke zurück wo meine Geschwister apathisch saßen.
Wenige Zeit später kamen die Hände wieder, nahmen mich und meine Geschwister hoch und begutachteten uns. Ich hörte wie eine tiefe kalte Stimme sagte: "Diese Kerlchen nehmen wir mit die anderen beiden schaffen es sowieso nicht". Pepe und Polly meine Geschwister, setzten sie zurück. Ich sah wie sich der Abstand zwischen uns vergrößerte und verstand es nicht. Die Tränen kullerten mir übers Fell. Und nun war ich ganz alleine in dem engen Karton in den sie mich packten.
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Nach einiger Zeit, ich weiß nicht wie ich dort hin kam, da ich vor Erschöpfung eingeschlafen war, hielten mich zwei warme Hände fest und streichelten mir übers Fell. Ich blickte hoch und sah wie mich ein besorgtes Gesicht ansah. Das Kraulen tat gut nur hatte ich so mächtigen Hunger das ich gleich meinen Kopf wieder fallen lies. Ich war so schwach und das stechen in meiner Brust begann erneut.
Es näherte sich ein komisches Plastikding und wurde mir in den Mund gesteckt. "Was ist denn das?" dachte ich. Aber als ich merkte das da was rauskam probierte ich zaghaft. Es schmeckte nicht schlecht und deshalb begann ich zu fressen. Ich konnte nur langsam schlucken aber es tat gut.
Dadurch kam ich zu Kräften und es ging mir auch schon wesentlich besser. Ich wurde zu Charly, meinem neuen Kamerad, gesetzt der schon sehr alt und träge war. In diesem Stall war es so schön trocken und warm durch das rote Licht das über mir hing.
Charly beobachtete mich erst gar nicht, doch dann stand er auf und kam langsam zu mir rüber. Er begrüßte mich mit den herzigen Worten "Du brauchst dich nicht zu fürchten, hier ist es recht nett". Ich wollte von ihm wissen wo ich denn jetzt wäre er antwortete mir: "Tja, so genau kann ich dir das auch nicht sagen, nur das hier noch ein großer Raum ist mit vielen Meerschweinchen die in engen Glaskäfigen sind. Manchmal kommen Leute vorbei, die eins mitnehmen"
"Woher weißt du das?" fragte ich ihn." Ich saß lange Zeit dort und habe vieles gesehen" gab er mir zu wissen.
Nach vielen Tagen war ich schon wieder gut bei Kräften, da ich fleißig gefressen hatte. Charly zeigte mir auch das Heu und Körnerfutter lecker schmecken. Ich tollte herum, obwohl es mir sehr schwer fiel mit der Luft, längere Zeit konnte ich es jedoch nicht aushalten.
Am nächsten Tag hörte ich zufällig wie sich zwei Stimmen laut unterhielten. Eine sagte" Nun ist Schluss, er ist jetzt kräftig genug. Ich habe dir von Anfang an gesagt das dieses Schnaufschwein nicht hier in der Wohnung bleibt. Er kommt jetzt rüber zu den anderen. Außerdem reicht eine Meersau die du aus Mitleid aufnimmst".
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Schritte näherten sich und ich wurde von meinem liebgewonnenen Freund getrennt.
Und nun sah ich diese Glaskäfige mit den vielen Meerschweinchen die sich nur wenig bewegen konnten durch den mangelnden Platz der dort herrschte.
Ich wurde einfach da so reingesetzt. Aus Panik rannte ich in das linke Häuschen und blieb dort erst einmal sitzen. Schnaufend saß ich nun da bis ein größeres Schweinchen kam und mich hinaus jagte.
Das war jedoch mein Glück, denn dort draußen standen Leute und beguckten mich. "Mama, den will ich haben, bitte, erlaubst du?" schrie eine helle Stimme.
Herzerbarmend willigte die darauf erklingende Stimme ein.
Und so kam ich wieder in ein neues Heim, das auch mein letztes sein sollte.
Ich war überglücklich als ich aus dem engen Glaskäfig hinaus kam und in einen schönen großen Holzstall einziehen durfte.
Dort empfingen mich "Knollennase" und "Spitznase" die zwei Meerschweinchenbrüder gaben mir gleich das Gefühl der Vertrautheit. Und so lebte ich mich sehr schnell ein.
Ich hatte sehr viel Spaß mit ihnen, wir tollten durch den Stall, knabberten an Ästen, bis sie ganz klein waren, mopsten uns gegenseitig Salatblätter und teilten uns Brüderlich das Heu. Besonders witzig war, als Knollennase und ich genüsslich an ein und demselben Heuhalm knabberten. Es war ein sehr langer Halm und wir bemerkten zuerst nicht das wir denselben anfutterten. Erst als wir mit den Schnäutzchen aneinander stießen... das fand ich besonders lustig.
Doch dann kam der Tag an dem wir, wie so oft, durch den Stall tobten. Diesmal war alles anders. Ich konnte schon nach den ersten Sprüngen nicht mehr. Es war schlimmer als je zuvor mit meiner Atmung, ich saß da und atmete sehr tief und schnell.
Das merkte auch Nina das kleine Mädchen die mich immer so liebevoll gestreichelt und mich mit Salatgurke gefüttert hatte.
"Mami, Mami Schnuffi benimmt sich so komisch" schrie sie lauthals los.
"Oh mein Gott, du hast ja recht" erwiderte ihre Mutter, sie nahm mich sachte hoch und packte mich in die Transportbox und fuhr mit mir und Nina zum Tierarzt.
Dort angekommen, ich kämpfte noch immer mit der Luft, sah ich wie Nina ein tieftrauriges Gesicht machte als der Tierarzt mich untersuchte
Der Arzt nahm langsam ein Stethoskop, mit dem er mich abhörte, aus den Ohren und legte es neben mich hin.
Seine Mine war sehr ernst.
"Ich habe eine sehr schmerzende Mitteilung an sie" gab er zu verstehen und holte tief Luft dabei.
"Der kleine hat einen angeborenen Lungenfehler den man nicht beheben kann" Um den Süßen nicht unnötig zu quälen würde ich ihnen raten Schnuffi zu erlösen".
Nina fing bitterlich zu weinen an und zitterte am ganzen Körper. Mit aller Kraft nickte Nina mit ihrem Kopf und willigte schweren Herzens ein. Nun verstand ich.
Mit einer befüllten Spritze, die eine spitze Nadel hatte, kam der Tierarzt auf mich zu. Ich hatte wahnsinnige Angst.
Der Einstich schmerzte, jedoch vernahm ich Nina´s schrilles aufschreien viel mehr als den Stich.
"Weine nicht meine kleine Freundin du kannst doch nichts für mein Leid". So sagte ich meiner Menschenfamilie Auf Wiedersehen auf die einzige mir mögliche Weise: mit einem lieben sanften Quieken und einem kleinen schnuffeln. Ruckartig wurde es mir schwummerig vor den Augen. Ich sah noch wie Nina aus dem Raum rannte. Mir war so schwer ums Herz, ich wollte doch gar nicht das Nina so traurig wegen mir ist.
Eigentlich wollte ich mit ihr noch viele glückliche Jahre verbringen und mit Knollennase und Spitznase herumtollen und im hohen Gras verstecken spielen.
"Warum muss das jetzt ein Ende haben?
Ich wurde immer müder, meine Augen schlossen sich langsam und ich schlief ein.
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"Ich habe euch so viel Kummer gemacht. Es tut mir leid, ich war halt nur eine Händlerware..."
Schnuffi
Copyright by www.meeri-wg.de
( etwas abgeändert von mir)
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Lieber (zukünftiger) Meerschweinchenhalter! Ich habe diese Geschichte unbedingt auf meine Homepage setzten wollen. Sie macht einen traurig aber vor allem Nachdenklich. Mir ist es wichtig "Schnuffi´s Weg" hier zu veröffentlich da solche Geschichten leider oftmals an der Tagesordnung bei Händlern und Zoohandlungen sind. Oftmals sieht die Realität noch viel schlimmer aus. Deshalb geht bitte nicht in eine wahllose Zoohandlung und kauft dort euer Schweinchen. Sucht euch einen Hobbyzüchter bei dem ihr ein gutes Gefühl habt . Jeder verantwortungsvolle Hobbyzüchter zeigt euch gerne seine Tiere und vor allem die Haltung seiner "Quietschebällchen". Er wird sich gerne Zeit nehmen und euch auch nach dem Kauf bei Fragen zur Seite stehen. |